13.02.2014


Das Geothermieprojekt St.Gallen liefert erste Resultate

Die Ergebnisse der erfolgreich abgeschlossenen Produktionstests liegen vor. Im Untergrund war es heisser als prognostiziert. Es gibt ein abklärungswürdiges Erdgasvorkommen. Mit den Explorations- und Bohrarbeiten wurden äusserst wertvolle Informationen und Erkenntnisse über den tiefen Untergrund in St.Gallen gewonnen. Sie sind ein wichtiger Beitrag auf der Lernkurve der noch jungen Technologie. Für eine breite Anwendung der Tiefengeothermie braucht es weitere Pilotprojekte, intensive Forschung, gute Rahmenbedingungen und finanzielle Unterstützung für Strom- und Wärmeprojekte im Rahmen der Energiestrategie 2050.

Die Produktionstests zeigen: Neben heissem Tiefenwasser ist im Untergrund auch Erdgas vorhanden. Hinsichtlich des Heisswassers wurden die im Untergrund erwarteten Temperaturen leicht übertroffen, bei der Förderrate erzielte man einen Teilerfolg. Das relevante Erdgasvorkommen ist abklärungswürdig. Die St.Galler Pioniere haben mit der Umsetzung Ihres Projekts einen Riesenschritt in die richtige Richtung getan. Bis zum Sommer 2014 werden jetzt die technischen Details und insbesondere auch die Wirtschaftlichkeit der drei identifizierten möglichen Nutzungsalternativen untersucht.

Das Projekt St.Gallen zeigt eindrücklich, wie dringend notwendig solche Projekte in der Schweiz sind. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien stehen wir bei der Tiefengeothermie erst am Anfang der Lernkurve. Um die Entwicklung voranzutreiben, sind Daten aus dem tiefen Untergrund aus verschiedenen Regionen der Schweiz zwingend nötig. Solche Daten können nur mit Tiefbohrungen ermittelt werden. Nur so lassen sich erfolgversprechende Standorte besser evaluieren und das Nutzungspotenzial genauer abschätzen. Gleichzeitig liefern die Bohrungen wertvolle Daten für die Forschung an den Universitäten und Hochschulen.

Wollen wir das unerschöpfliche, CO2-freie, einheimische Energiepotential der Erdwärme nutzen, braucht es Investitionsbereitschaft und zielorientiertes Engagement. Umso wichtiger sind jetzt gute Rahmenbedingungen in der Energiestrategie 2050 für Strom-, aber auch für Wärmeprojekte.


Weitere Auskünfte:

Willy Gehrer, Präsident
Tel.: 079 401 84 59

Roland Wyss, Generalsekretär
Tel.: 079 410 79 07

 

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