28.10.2014


Entwicklung der Geothermie in der Schweiz nach Abbruch in St. Gallen

Das Zwischenergebnis für die «Singletten-Nutzung» liegt jetzt in St.Gallen vor. Die Tiefbohrung wird zwar nicht für die angedachte Geo-thermieanlage genutzt, hat jedoch wertvolle Informationen über den Untergrund geliefert. Diese sind elementar für die Erschliessung des grossen Potenzials der Tiefengeothermie. Um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen, braucht es einen nationalen Mechanismus zur Abdeckung von finanziellen Risiken, eine Finanzierungsbeteiligung der Öffentlichkeit und einen klaren und kohärenten institutionellen Rahmen.

Das Zwischenergebnis für eine «Singletten-Nutzung» (d. h. die Nutzung einer einzelnen Bohrung) der St.Galler Geothermiebohrung liegt jetzt vor. Eine geothermische Nutzung ist nicht möglich, jedoch kann eine Gasförderung in Betracht gezogen werden. Nach heutigem Kenntnisstand ist eine Umsetzung aus technischer und rechtlicher Sicht möglich. Noch nicht abschliessend geklärt ist die Frage der Finanzierung der notwendigen technischen Massnahmen und Installationen für einen Erdgas-Langzeitfördertest. Der Entscheid über das weitere Vorgehen und die Durchführung eines Fördertests wird bis Ende 2014 angestrebt.

Die im Jahr 2013 in St.Gallen realisierte Tiefbohrung wird nicht für den Bau einer Geothermie-Anlage genutzt. Dennoch konnten damit wertvolle Informationen für ein besseres Verständnis des Schweizer Untergrunds generiert werden. Um das grosse Potenzial der Tiefengeothermie umsetzen zu können, müssen folgende Punkte in einer Entwicklungsstrategie berücksichtigt werden:

  • Der Schweizer Untergrund ist noch wenig bekannt, daher muss eine nationale Strategie zur Exploration gestartet werden.
  • Das Potenzial der Geothermie zur Substitution fossiler Energieträger im Wärmebereich soll besser bekannt gemacht werden.
  • Forschung und Entwicklung der Tiefengeothermie (EGS und hydrothermale Systeme) sind zu unterstützen.

Konkrete Vorschläge von GEOTHERMIE.CH
Um im gegebenen terminlichen Rahmen der Energiestrategie 2050 einen effektiven Beitrag der Erdwärme realisieren zu können, schlägt GEOTHERMIE.CH einen Aktionsplan mit drei Schwerpunkten vor:

  • Die Errichtung eines nationalen Mechanismus zur Abdeckung der Bohrungsrisiken und neu auch für geothermische Wärmeprojekte. Die Finanzierung dieser nötigen Fonds könnte durch die CO2-Abgabe erfolgen – ohne Änderung der Grundlagen.
  • Die Finanzierungsbeteiligung der Öffentlichkeit bei Pilotprojekten von mittlerer und grosser Tiefe an ausgewählten Standorten und bei unterschiedlichen geologischen Strukturen unterstützt die Gewinnung neuer Kenntnisse des nationalen Untergrunds.
  • Entwicklung eines klaren und kohärenten institutionellen Rahmens auf nationaler Ebene.

GEOTHERMIE.CH engagiert sich im Rahmen des Aktionsplans in der Unterstützung von Behörden und Projektanten, damit eine rasche und effiziente Entwicklung der drei Schwerpunkte ermöglicht werden kann.



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